Peru (spanisch: República del Perú) ist ein Staat im westlichen Südamerika und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien, im Süden an Chile und im Westen an den Pazifik. Oft bekannt als das Land der Inkas.
Peru hat fast 30 Millionen Einwohner, wobei ungefähr die Hälfte der Bevölkerung unter 18 Jahre alt ist. Die meisten Leute in Peru sind katholisch, welches die Staatsreligion ist, doch viele gehören nur nominal dazu. Die evangelische Kirche wächst sehr schnell und ca. 14 % der Bevölkerung sind Evangelikale.
Peru besitzt drei völlig unterschiedliche Klimaregionen:
- Costa (Küste) – ca. 11 % der Staatsfläche
- Sierra (Anden, Hochland) – ca. 15 %
- Selva (Regenwald) und Montaña (Nebelwald) – ca. 64 %
Die Costa steht unter dem Einfluss des Humboldtstroms und ist weitgehend eine Küstenwüste. Mit einer Fläche von 188'735 km2 ist es eine der grössten Wüsten der Welt - und mit nur ca. 100 mm Niederschlag pro Jahr, trockener als die Sahara. Nur entlang der ca. 50 aus den Anden kommenden Flüsse, in Flussoasen, ist Landwirtschaft möglich.
Im Süden Perus, an der Grenze zu Chile, beginnt die trockenste Wüste der Erde, die Atacama-Wüste. Im südlichen Bereich der Costa bis zur Hauptstadt Lima, welche ungefähr auf der Hälfte des Küstenstreifens liegt, sind Regenfälle während des Jahres extrem selten.
Nördlich von Lima nehmen Bodenqualität und Regenfall etwas zu, so dass hier auch Landwirtschaft ausserhalb der Flussoasen möglich ist.
Hinter der schmalen Küstenregion beginnt die Sierra. Sie besteht aus mehreren Bergzügen der Anden, die von Längstälern unterbrochen werden. Typisch für die gesamte Andenregion sind dazu tief eingeschnittene Täler (Canyons) und Durchbrüche der Gebirgsketten durch grosse Flüsse, an der West- und Ostseite der Kordillere.
Einen typischen Querschnitt der Anden zeigt sich in der zentralen Region Ancash: Von West nach Ost sind das die „Schwarzen Kordilleren“ (Cordillera Negra, bis ca. 5.000 m), gefolgt vom Callejón de Huaylas (um 3.000 m). Der nächste Bergzug sind die "Weissen Kordilleren" (Cordillera Blanca), hier befindet sich der höchste Berg Perus, der Huascarán (6.768 m).
Östlich der Anden beginnt die Regenwaldregion („Selva“). Der Übergang ist dabei fliessend, da es einen tropischen Bergwald gibt, in dem ein milderes Klima herrscht.
In der durch Tageszeitenklima bestimmten Region beträgt die Jahresmitteltemperatur ca. 26 °C und der Jahresniederschlag erreicht bis zu 3.800 mm. Dort entspringen auch weitere Quellflüsse des Amazonas, der durch das Amazonasbecken in Richtung Brasilien fliesst.
Der peruanische Regenwald ist dicht und fast undurchdringlich. Die Flüsse, die von den Ketten der Anden in weiten Flussschlingen zum Amazonas strömen, sind die einzigen Verkehrsadern durch die weiten Waldgebiete.
Die einzigen grösseren Städte in dieser Region sind Iquitos und Puerto Maldonado. Iquitos ist von Lima aus nicht auf dem Landweg erreichbar, sondern nur mit dem Flugzeug oder dem Boot. Puerto Maldonado kann per Boot, Flugzeug und per LKW von Cuzco erreicht werden. Bedeutend ist das grösste Naturschutzgebiet Perus Pacaya-Samiria.
Die Flora Perus ist sehr abwechslungsreich und vielfältig. In den trockenen und sandigen Küstenebenen wachsen nur wenige Gräser und Sträucher. In den Regenwaldregionen findet man hingegen eine grosse Fülle an Pflanzen. Im Hochgebirge liegt auf Grund der natürlichen Bedingungen nur eine spärliche Pflanzenvielfalt vor. Hier wachsen hauptsächlich Trockenpflanzen (Xerophyten), wie etwa Kakteen und Mesquiten.
Ebenso wie die Flora hat auch die Tierwelt Perus eine grosse Vielfalt zu bieten. In der Küstenebene und auf den Küsten vorgelagerten Inseln leben Möwen und Seeschwalben, Eidechsen, Skorpione, Robben und Pinguine. In den peruanischen Küstengewässern findet man unter anderem Sardinen, Hummer und Makrelen, aber auch Delphine und Walfische. Tiere der fruchtbareren Regionen im Osten sind beispielsweise Gürteltiere, Alligatoren, Jaguare, Pumas, Papageien und Flamingos.
Auch sonst ist Peru ein sehr gesegnetes Land, es ist reich an Bodenschätzen. Es gibt im Landesinnern grosse Mengen an Gold, Silber, Kupfer und anderen Mineralien, sowie Erdöl und Gas. Peru ist ein Land, dem es eigentlich an nichts fehlen sollte, trotzdem leben ca. 50 % der Bevölkerung in Armut.
Peru ist heute eines der ärmsten Länder Südamerikas. Die Armut in Peru hat seinen Ursprung in der Zeit der spanischen Eroberung und reicht bis in die heutige Zeit. Die Gründe sind die schlechte Wirtschaftspolitik der Regierungen, das lückenhafte Schulsystem und die ungerechten Verteilung der Einkünfte des Landes. Es herrschen grosse Unterschiede zwischen reich und arm:
- die Oberschicht (10 % der Bevölkerung) erhalten 40 % der Einkünfte
- die Unterschicht (70 % der Bevölkerung) erhalten 57 % der Einkünfte
- die Ärmsten (20 % der Bevölkerung) erhalten nur gerade 3 % der Einkünfte




figliuolo.net