María

Ich bin in Lima / Peru geboren worden, als zweite von 12 Geschwistern. In eher ärmeren Verhältnissen wuchs ich auf und musste schon sehr früh als Kind auf den Strassen Süssigkeiten verkaufen um den Eltern zu helfen, die Familie zu ernähren. Im Alter von 18 Jahren begleitete ich meine Mutter in einen Gottesdienst in eine evangelische Kirche, in die Alianza Cristiana y Misionera. Mir gefiel es sehr gut da und ich schloss auch schon bald Freundschaft zu anderen Gleichaltrigen. Ich fing an regelmässig in diese Gemeinde und in die dortige Jugendgruppe zu gehen. Aktiv beteiligte ich mich in der Gemeinde, und arbeitete in der Jugendgruppe und in der Sonntagsschule mit. Weil ich während fast meiner ganzen Schulzeit nebenbei auch gearbeitet habe, konnte ich die Schule erst mit 21 Jahren abschliessen.

1995 wechselte ich einmal mehr die Arbeitsstelle, da jemand aus der Gemeinde mir eine Stelle in einer christlichen Buch- und Musikhandlung anbot. Dieser Laden befand sich in einem Gebäude in welchem auch ein Heim für Strassenkinder war. Sehr schnell lernte ich die Strassenkinder von diesem Heim kennen und wurde eine gute Freundin für viele von ihnen. Sie suchten mich auf um nach Rat zu fragen, aber auch um einfach mit mir zu sprechen.

Dadurch ich Zuhause viel Verantwortung hatte, dachte ich eigentlich nicht ans Heiraten, sondern nur an meinen kleineren Geschwistern. Ich wollte arbeiten und helfen, damit sie es einmal besser haben als ich es hatte. Im Februar 1998 verstarb eine meiner Schwestern mit nur gerade 11 Jahren. Für mich war danach klar, dass ich mich noch mehr um die anderen Geschwister kümmern muss. Das war mein einziges Ziel!

Männer waren für mich kein Thema, so wie bei den meisten anderen in meinem Alter. Auch als Adriano im Oktober 1996 anfing in die gleiche Gemeinde zu gehen, hatte ich überhaupt kein Interesse gehabt, ihn näher kennen zu lernen. Doch mit der Zeit lernte ich ihn doch kennen (und lieben), und als er mich dann um meine Hand anhielt, zögerte ich keinen Augenblick.

Durch die Monate und Jahre in der Schweiz habe ich eine zweite Heimat gewonnen. Am liebsten gefällt mir die Ordnung und die Schokolade in der Schweiz. Das Grillieren im Freien mit einem Cervelat am Stecken hat mich ganz speziell gedünkt. Auch konnte ich z.B. nicht verstehen, dass ein Fundbüro funktionieren kann – in Peru würde ganz bestimmt nie etwas abgegeben!

Heute bin ich in erster Linie Hausfrau, Mutter und Gastgeberin. Falls ich einmal eine freie Minute habe, gehe ich gerne auf dem Markt einkaufen.

Nun geht die gemeinsame Geschichte weiter unter: Familie Figliuolo


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